Das kochende Kind oder: auf was kommt es wirklich an?

Kürzlich habe ich mich mit einer Freundin unterhalten. Sie erzählte mir, dass sie krankgeschrieben war und so richtig flach lag. Da ging gar nichts mehr.

Auf meine Frage, wer sich denn um ihren Sohn, er war zu dem Zeitpunkt fünf Jahre alt, gekümmert hat und ihn versorgt hat, antwortete sie mir: „Er hat selbst gekocht.“

Wie bitte? Ich gestehe, ich war platt. Meine Freundin erzählte mir, dass sie schon sehr früh angefangen hat, ihm solche Essentials, also solche Lebensnotwendigen Dinge, beizubringen. Für den Fall der Fälle, aber auch einfach so, damit er später mal nicht nur von Fertigpizza und ähnlichem leben muss.

So, da stand ich nun und bewunderte das. Mit fünf Jahren kocht der kleine Mann ein Mittagessen. Und meine Kinder?

Bisher haben sie natürlich mitgeholfen, durften rühren, schneiden, schlecken. Aber so richtig kochen? Nein, das habe ich ihnen einfach noch nicht zugetraut. Und schlicht und ergreifend habe ich es einfach nicht für notwendig befunden, dass sie kochen können sollten.

Aber dann habe ich angefangen nachzudenken. Unsere Kinder werden heutzutage von morgens bis abends mit Bildung vollgestopft, Sport und Kunst kommen auch noch dazu. Überhaupt, alles was überhaupt so geht, wird unseren Kindern verabreicht. Und doch hört man immer wieder von Erziehern und Lehrern, dass die jungen Menschen einfach nichts mehr auf die Reihe bekommen, keine sozialen Kompetenzen mehr haben usw.

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Können wir dafür unsere Kinder verantwortlich machen?

Weil ich es vergessen habe, ihnen beizubringen, wie man richtig kocht, statt eine TK-Pizza in den Ofen zu schieben. Oder wie man richtig streitet, statt sich intrigant zu benehmen. Oder ein Buch zu lesen, statt Videospiele „zu zocken“.

Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Moralapostel! Davon bin ich weit entfernt, wirklich! Aber ich möchte mich einfach einmal zurückbesinnen. Einfach mal auf die Essentials achten, also auf die Dinge, die wirklich wichtig sind.

Bevor ich den nächsten Schwimmkurs buche, werde ich mir überlegen, ob nicht ein gemeinsamer Besuch im Schwimmbad schöner wäre.

Oder bevor ich das nächste Essen zwischen Arbeit und Fußball schnell selbst mache, es nicht doch mal in die Hände der Kinder lege und mich an den Rand stelle.

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Wie ist das bei euch? Legt ihr Wert auf diese „einfachen Dinge“ des Lebens und was habt ihr euren Kindern bisher beigebracht? Was findet ihr unheimlich wichtig? Schreibt doch einfach mal, ich freue mich drauf und wer weiß, vielleicht geht mir dadurch noch das ein oder andere Licht auf, was ich bisher in meiner Erziehung noch vergessen habe 😉

Und das Schöne daran ist ja schließlich auch der Austausch! Unsere Kinder profitieren davon doch in jedem Fall.

Was meint ihr, wie stolz alles leer gegessen wurde, nach der „Ich darf mal ganz alleine kochen – Aktion“ (auch wenn es nur Rührei war).

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Macht es euch hübsch!

Eure -etwas nachdenkliche- Kathi

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