Chaos im Kinderzimmer

So ein Lego® Teil unter dem strümpfigen Fuß ist richtig fies, nicht wahr?
Seid ihr auch schon mal voller Tatendrang in die Zimmer eurer Kinder gelaufen, um dann vom Chaos förmlich umgehauen zu werden? Oder eben von so einem fiesen kleinen Stück Plastik ausgebremst?

Mir geht das -ehrlich- täglich so.
Vorneweg, ich bin ein sehr ordnungsliebender Mensch. Manchmal schon perfektionistisch veranlagt. Wohlbemerkt veranlagt. Denn das, was ich mir so im Kopf vorstelle, weicht oft Meilen von der Realität ab. Das ist sicherlich auch ein Stück weit gut so, denn in einer Umgebung, wie sie mir gefiele, würde ein Kind vermutlich eingehen wie eine Blume ohne Wasser.
Aber nichtsdesto Trotz, aufräumen kann und muss jeder (lernen). Denn das ist ja auch etwas, was uns das ganze Leben lang begleiten wird.
Und sind wir einmal ehrlich, welche Mama wünscht ihrem Kind schon einen Messi-Haushalt?!

Ich frage mich also heute, ab welchem Alter sollte ein Kind allein aufräumen können? Ich meine, so richtig allein. Es bekommt die Ansage: „Heute ist dein Zimmer fällig für einmal Ordnung machen, auf geht’s!“ und dann geht es los und räumt auf. Bis Ordnung herrscht.

Klar, dafür muss man natürlich erstmal ein paar grundsätzliche Dinge klären:

  1. Was ist überhaupt Ordnung?
  2. Ist meine Definition von ordentlich auch die gleiche Definition, die mein Kind hat?
  3. Gibt es Möglichkeiten, das Aufräumen als solches zu vereinfachen?
  4. und schlussendlich: gefällt uns diese Ordnung?

Google definiert uns Ordnung folgendermaßen:

der erreichte Zustand, nachdem Sachen (ggf. unter Einsatz von Hilfsmitteln) geordnet worden

Aber was heißt das konkret fürs Kinderzimmer? Muss da alles nach Größe sortiert in Reih und Glied im Regal stehen?
Für mich bedeutet Ordung vielmehr der Zustand eines Raumes, der mich aufatmen und entspannen lässt. Für meine Kinder ist das ähnlich bis auf den Unterschied, dass sie weniger entspannen als vielmehr spielen wollen. Also sind wir uns, zumindest in Teilen, einig. Daumen hoch!

Aufräumen vereinfachen ist etwas, was wir uns wohl alle wünschen und zu dem Thema gibt es immer wieder viele hilfreiche (aber auch weniger hilfreiche) Literatur. Ich glaube, hierzu muss jeder selbst seinen Weg finden. Für mich ist es z.B. hilfreich, wenn ich in absoluter Stille aufräume. Dann schaffe ich am meisten und es ist auch hinterher vernünftig organisiert.
Andere brauchen Musik oder ein Hörspiel dazu.
Aber alles in Allem glaube ich, dass dieser Prozess des Aufräumens einfach durchgezogen werden muss. Einfacher wird es eben nicht wirklich. Wir können es mit Hilfsmitteln aber erträglicher machen.

Die letzte Frage war ja, ob UNS diese Ordnung denn überhaupt gefällt.
Bei uns ist der Zweck der Ordnung entscheidend für die Antwort.
Während ich aufräume, um Freiräume zu schaffen und darin meinen „Frieden“ zu finden, brauchen meine Männer so eine Art „kreatives Chaos“. Da muss schon das ein oder andere herumliegen, damit es nicht ständig gesucht werden muss.

Mein Großer kann mit seinen 9 Jahren eigentlich gut selbständig aufräumen. Aber er gehört eindeutig in die Kategorie der Sammler. Das bedeutet, dass vieles seinen ohnehin begrenzten Stauraum verstopft. Das lässt ihn dann ärgerlich werden, denn ab einem gewissen Punkt mag er seine Ordnung. Kommt er allein da nicht hin, springe ich ein und wir versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden. Das klappt mal mehr, mal weniger. Und endet auch manchmal mit Tränen. Weil es eben doch nicht so geht, wie er es sich ausgemalt hat. Oder weil die wichtigen Schätze aus dem letzten Urlaub in der Schublade ganz unten zerbrochen sind…

Beim Kleinen ist das wieder ein wenig anders. Er kann erstaunlich schnell Chaos schaffen. Und ich meine, so richtig Chaos. Da ist das Zimmer dann nur noch mit Sicherheitsvorkehrungen betretbar.
Aber ebenso kann er (mal mit, mal ohne Hilfe) auch schon schnell wieder für Ordnung sorgen. Erstaunlicher Weise hat er nur wenige Dinge, an denen sein Herz hängt und er kann sich sehr schnell trennen von Spielzeug z.B. was für ihn zu „babyhaft“ geworden ist.

Schlußendlich muss ich dabei feststellen, dass es eben doch keinen wirklichen Zeitpunkt gibt, ab dem (zumindest meine) Kinder allein und womöglich aus freien Stücken, aufräumen können und vor allem wollen. Mit ein wenig Anstoß geht’s eher.
Mal klappt es eben und mal nicht.
Das Leben eben.

Aber erzählt mal, wie ist das bei Euch? Machen eure Kids das allein? Wann helft ihr mit? Habt ihr solche Chaos-Dinge, die immer wieder für Zündstoff sorgen oder läuft die Chaosbewältigung reibungslos?

Macht es euch hübsch,

Kathi

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